• Zielgruppen
  • Suche
 

Der atlantische Raum nach der Sklaverei

Zentraler Forschungsgegenstand dieses Projektkerns ist die Rolle von Lohnarbeit, Zwangsarbeit, kleinbäuerlicher Wirtschaft und verschiedener Mischformen von Arbeitsverhältnissen im atlantischen Raum. Dies schließt die Repräsentation dieser Sachverhalte in literarischen wie nicht-literarischen Texten sowie in den Überlieferungen der Volkskultur ein.

Der Zeitraum der Untersuchung beginnt mit der Abschaffung der Sklaverei in den Amerikas und Afrika und erstreckt sich bis ins 20. Jahrhundert. Ein zentrales Moment dieses Zeitraums ist das hegemoniale Projekt europäischer Kolonisation und die mit der Bemächtigung außereuropäischer Territorien verfolgte Zielsetzung einer außen geleiteten effizienten Nutzung deren natürlicher Ressourcen und ihrer menschlichen Arbeitskraft, wie dies u. a. mit der Einführung und dem Ausbau exportorientierter Agrarwirtschaft angestrebt wurde.

Das Projekt untersucht jedoch nicht in erster Linie die Politik der Kolonialmächte, sondern fokussiert auf die geschlechtsspezifische Handlungsfähigkeit (agency) ehemaliger Sklav/inn/en, (Zwangs-, Kontrakt-, Lohn)-Arbeiter/innen und Kleinbauern/bäuerinnen, auf individuelle und kollektive Integrations- und Abwehrstrategien und den Kampf um das wirtschaftliche Überleben, persönliche Freiheit und Mobilität. In den Blick rücken dabei auch Strategien kultureller und religiöser Selbstbehauptung sowie das Streben nach Zugang zu Bildung

DFG-Projekt: "Nach der Sklaverei: Die Karibik und Afrika im Vergleich"

Bitte beachten Sie auch die neue Seite zu diesem DFG-Projekt:

http://www.dac.uni-hannover.de/postsklaverei.html

Folgende Einzelprojekte werden in diesem Zusammenhang gefördert:

  • Prof. Dr. Brigitte Reinwald/ Steffen Runkel (Historisches Seminar): Afrikanische Initiativen zur Abolition: Die Einstellung der Goldküsteneliten zu Sklaverei und Sklavenhandel
  • Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg/ Jan Hüsgen (Historisches Seminar): Die Abschaffung der Sklaverei in der Herrnhuter Mission - Dänisch Westindien und Surinam
  • PD Dr. Ulrike Schmieder (Historisches Seminar): Handlungsstrategien ehemaliger Sklaven und Sklavinnen in Kuba und Martinique nach der Abschaffung der Sklaverei
  • PD Dr. Katja Füllberg-Stolberg (Historisches Seminar): Afro-Amerikanische Missionare und Siedler in Westafrika
  • Prof. Dr. Jana Gohrisch (Englisches Seminar): Forschung zur anglophonen karibischen Literatur im Spannungsfeld zwischen Postemanzipation und Postkolonialismus, Projekte werden in der 2. Runde beantragt.

Projektbeschreibung