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Recht, Macht und kulturelle Differenz

Die Wirksamkeit von Recht als einer Alternative zu gewaltsamen Austragungsformen von Konflikten erscheint bei Interessengegensätzen zwischen kulturell differenten Parteien als besonders prekär. Die fortschreitenden Globalisierungsprozesse, die u.a. durch eine Zunahme grenzüberschreitender politischer sowie ökonomischer Beziehungen und transnationaler Migrationsprozesse gekennzeichnet sind, führen jedoch dazu, dass die Zahl und Bedeutung solcher Konflikte - selbst in denjenigen Staaten der westlichen Welt, die sich bislang als weitgehend kulturell homogen verstanden haben - rasch zunimmt. Dabei greifen die Beteiligten häufig auf unterschiedliche Normensysteme und Verfahren der Konfliktbearbeitung zurück, die oft über eigene, z.T. kulturspezifische Legitimationsgrundlagen verfügen. Solche Situationen des Rechtspluralismus reflektieren zudem die bestehenden Machtunterschiede sowohl zwischen als auch innerhalb der beteiligten Gruppen (u.a. zwischen sozialen Klassen, Geschlechtern oder Generationen).

Ein vertieftes Verständnis des Zusammenhanges von Recht, Macht und Kultur, insbesondere das Verständnis von Situationen des Rechtspluralismus ist für die Bewältigung eines der Kernprobleme der heutigen Gesellschaften von zentraler Bedeutung. Denn es geht dabei u.a. um die Frage, wie das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Gemeinwesens bei größtmöglicher Respektierung der kulturellen Differenz und gleichzeitigem Schutz individueller Menschenrechte organisiert werden kann.

Die geplanten Projekte umfassen eine interdisziplinäre und diachrone Analyse des Verhältnisses von Recht, Macht und kultureller Differenz. Dabei wird die Betrachtung von inter- und intrakulturellen Machtbeziehungen sowie der Geschlechter- und Generationenbeziehungen eine zentrale Rolle spielen.

Teilprojekte

Gabbert, Wolfgang/Gorissen, Matthias/Collí Victor

Rechtspluralismus in kolonialen und post-kolonialen Gesellschaften – Die Halbinsel Yucatán (Mexiko)

Gabbert, Wolfgang/Schittenhelm, Jörg

Rechtsoptionen an der Peripherie staatlicher Kontrolle – Rechtspluralismus und Entwicklung in Chiapas

BMBF Kompetenznetzwerk

"Ethnizität, Citizenship und Belonging und ihre Interaktion mit anderen Differenzkategorien", Teilprojekt des Kompetenznetzwerkes "Ethnizität, Citizenship und Belonging in lateinamerikanischen Gesellschaften"

Projektleiter: Prof. Dr. Wolfgang Gabbert

Projektmitarbeiterin: Daniela Célleri

Laufzeit: 2010-2014, Förderer: BMBF

Weitere Informationen

Bitte wenden Sie sich an Prof. Dr. Wolfgang Gabbert